Geburtsstunde der Roten Mühle
Kaspar und Hans Geiß erhalten am 28. Oktober die Genehmigung, im Beidenauer Grund eine Getreidemühle mit zwei Mahlgängen zu bauen. Der Name leitet sich von der Lage am Roten Berg ab.
Vom Mühlenplatz im Dreißigjährigen Krieg über den Wiederaufbau bis zum beliebten Ausflugslokal: Die Geschichte der Roten Mühle ist eine Geschichte von Wandel und Wiederkehr.
Die Rote Mühle entstand nicht auf dem ehemaligen Klosterhof Beidenau, sondern etwas westlich davon im Beidenauer Grund.
Bereits im Mittelalter gehörten Flächen im Liederbachtal zum Besitz des Prämonstratenser-Klosters Retters. Der Name Beidenau ist in historischen Quellen seit dem 12. Jahrhundert belegt. Der spätere Mühlenstandort lag in einer Landschaft aus Wiesen, Weiden, Wegen und Wasserläufen, die für Landwirtschaft und Mühlenbetrieb ideale Bedingungen bot.
Kaspar und Hans Geiß erhalten am 28. Oktober die Genehmigung, im Beidenauer Grund eine Getreidemühle mit zwei Mahlgängen zu bauen. Der Name leitet sich von der Lage am Roten Berg ab.
Marodierende Truppen plündern die Mühle und setzen sie in Brand. Der Mühlplatz bleibt über Jahrzehnte verwüstet.
Philipp Sulzbach aus Hornau kauft den „öden Mühlplatz“ samt Land und errichtet eine neue Mühle. Damit beginnt die zweite Lebensphase des Ortes.
Hans Peter Schneider übernimmt die Mühle. Seine Familie bewirtschaftet sie über drei Generationen und fast neun Jahrzehnte.
Der berüchtigte Räuber Johannes Bückler berichtet in einem Prozess, er habe sich mehrfach ohne Wissen des Müllers in der Roten Mühle aufgehalten.
Nach umfangreichen Umbauten wird der Mühlenbetrieb nicht wieder aufgenommen. Stattdessen entwickelt sich die Rote Mühle zu einer beliebten Ausflugsgaststätte.
Nach Kriegsbeschädigungen und einer Phase als Unterkunft kann der Gaststättenbetrieb wieder aufgenommen werden.
Die historische Struktur, die Lage im Grünen und die hessische Küche machen die Rote Mühle weiterhin zum Ziel für Familien, Wanderer, Feiern und Veranstaltungen.
„Ein Stück Vordertaunus, das Generationen miteinander verbindet.“
In Erinnerungen an die 1950er Jahre taucht die Rote Mühle als klassisches Ziel für Spaziergänge aus Kelkheim und Hornau auf.
Apfelwein, Handkäse, Kaffee und Kuchen gehörten zum Bild eines Ausflugslokals, das man meist zu Fuß erreichte. Vieles hat sich seitdem verändert – die Verbindung aus Landschaft, Einkehr und Geselligkeit ist geblieben.