Vier
Jahrhunderte
Archiv · Liederbachtal

Die Mühle, die blieb.

Vom Mühlenplatz im Dreißigjährigen Krieg über den Wiederaufbau bis zum beliebten Ausflugslokal: Die Geschichte der Roten Mühle ist eine Geschichte von Wandel und Wiederkehr.

Vor der Roten Mühle

Beidenau, Retters und das Tal.

Die Rote Mühle entstand nicht auf dem ehemaligen Klosterhof Beidenau, sondern etwas westlich davon im Beidenauer Grund.

Bereits im Mittelalter gehörten Flächen im Liederbachtal zum Besitz des Prämonstratenser-Klosters Retters. Der Name Beidenau ist in historischen Quellen seit dem 12. Jahrhundert belegt. Der spätere Mühlenstandort lag in einer Landschaft aus Wiesen, Weiden, Wegen und Wasserläufen, die für Landwirtschaft und Mühlenbetrieb ideale Bedingungen bot.

Chronik

Vier Jahrhunderte in acht Stationen.

1618

Geburtsstunde der Roten Mühle

Kaspar und Hans Geiß erhalten am 28. Oktober die Genehmigung, im Beidenauer Grund eine Getreidemühle mit zwei Mahlgängen zu bauen. Der Name leitet sich von der Lage am Roten Berg ab.

1622

Zerstörung in der Schlacht bei Höchst

Marodierende Truppen plündern die Mühle und setzen sie in Brand. Der Mühlplatz bleibt über Jahrzehnte verwüstet.

1685

Der Wiederaufbau

Philipp Sulzbach aus Hornau kauft den „öden Mühlplatz“ samt Land und errichtet eine neue Mühle. Damit beginnt die zweite Lebensphase des Ortes.

1699

Die Familie Schneider

Hans Peter Schneider übernimmt die Mühle. Seine Familie bewirtschaftet sie über drei Generationen und fast neun Jahrzehnte.

1803

Eine Spur des Schinderhannes

Der berüchtigte Räuber Johannes Bückler berichtet in einem Prozess, er habe sich mehrfach ohne Wissen des Müllers in der Roten Mühle aufgehalten.

1920er

Vom Betrieb zur Gaststätte

Nach umfangreichen Umbauten wird der Mühlenbetrieb nicht wieder aufgenommen. Stattdessen entwickelt sich die Rote Mühle zu einer beliebten Ausflugsgaststätte.

1948

Neuanfang nach dem Krieg

Nach Kriegsbeschädigungen und einer Phase als Unterkunft kann der Gaststättenbetrieb wieder aufgenommen werden.

Heute

Treffpunkt am Liederbach

Die historische Struktur, die Lage im Grünen und die hessische Küche machen die Rote Mühle weiterhin zum Ziel für Familien, Wanderer, Feiern und Veranstaltungen.

Vom Handkäse zum Sonntagsausflug

„Ein Stück Vordertaunus, das Generationen miteinander verbindet.“

In Erinnerungen an die 1950er Jahre taucht die Rote Mühle als klassisches Ziel für Spaziergänge aus Kelkheim und Hornau auf.

Apfelwein, Handkäse, Kaffee und Kuchen gehörten zum Bild eines Ausflugslokals, das man meist zu Fuß erreichte. Vieles hat sich seitdem verändert – die Verbindung aus Landschaft, Einkehr und Geselligkeit ist geblieben.

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